Lucky

Lucky … und das Schädel-Hirn-Trauma

Leider lässt sich noch nicht sagen ob „Lucky“ ihren Namen zurecht von mir bekommen hat. Als ich heute Morgen auf Fototour war, erhielt ich einen Anruf. Er kam von einer Frau, die ein angefahrenes Eichhörnchen von der Straße gerettet hatte. Schön, dass es solche Menschen überhaupt gibt ! Hilfesuchend bat sie mich, dem verletzten Tier zu helfen. Als ich etwa eine Stunde später wieder Zuhause war, brachte sie mir das arme Ding vorbei.

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Erstversorgung beim Tierarzt

Das Eichhörnchen zeigte sich äußerlich ziemlich unverletzt. Einzig eine kleine Schürfwunde am Kopf lies erahnen, dass das Tier von einem Auto am Kopf erfasst und weggeschleudert wurde. Lucky lag also fast regungslos vor mir, schien sich aber bewegen zu können. Der leere Blick deutete auf eine schwere Gehirnerschütterung und einen bitterbösen Schock hin. Gut, dass meine Tierärztin mir auch promt anbot, das Tier bei ihr vorstellen zu dürfen. Ich hätte auch nicht gewusst, wie ich die kleine Eichkatze sonst vor dem Austrocknen hätte bewahren können. Sie benötigte dringend eine Infusion um den Kreislauf stabil zu halten und ein gut verträgliches Schmerzmittel. 

Zur Stunde liegt Lucky leider immer noch sehr apathisch in der Transportbox. Ich hoffe darauf, dass sie die Nacht übersteht. Essen und Trinken sind in diesem Zustand leider komplett raus – eine Zwangsernährung wäre lebensgefährlich. Lucky nimmt nicht einen Tropfen Wasser an. Würde ich sie zwingen, würde ich ihr die Flüssigkeit wahrscheinlich in die Lunge drücken.

Schwer unter Schock !
Leider regungslos 🙁

Mir liegt es sehr am Herzen, mich heute an dieser Stelle bei Frau Britta Nord ganz herzlich für ihren liebevollen, unkomplizierten und auch kostenlosen Einsatz zu bedanken. Am heiligen Sonntag ist das nicht selbstverständlich  – DANKE BRITTA ! Die Behandlung von Lucky beim Tierarzt kannst du dir im Video ansehen. Und bitte drücke Lucky ganz fest die Daumen, dass sie durchkommt …. ♥

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25.November 2019

Tja, wirklich gute Nachrichten von Lucky gibt es leider nicht. Sie liegt weiterhin teilnahmslos in der Transportkiste und dreht sich ab und an mal um. Der Blick ist leer, der Körper ohne jegliche Spannung. Um die Temperatur zu halten liegt sie auf einer Wärmflasche. Heute Morgen war ich nochmals mit ihr beim Tierarzt um mir die nötigen Medikamente zu holen, die sie nun irgendwie und künstlich am Leben erhalten.

Mehrmals am Tag bekommt sie Infusionen um den Kreislauf und die Organfunktionen aufrecht zu erhalten. Ein Lichtblick: Sie hat nach einer Bauchmassage ausgiebig Urin und Kot abgegeben. 

Momentan ist gerade 16.30 Uhr und ich sehe zum ersten Mal, dass Luckys Augen mich anvisieren, wenn ich in die Box schaue. Immerhin ! Auch wenn sie den Kopf dabei nicht drehen kann, es lässt hoffen, dass sie aus ihrem Trauma rauskommen könnte. Leider ist Luckys Atmung sehr flach und noch nicht abzusehen, ob sich ihr Zustand bessert. Daumen drücken !

26.November 2019

Immer noch vorwiegend bewusstlos

Nachdem Lucky gestern auch noch angefangen hatte zu krampfen, hielt ich erneut Rücksprache mit meiner Tierärztin. Wir haben uns darauf geeinigt dies zu beobachten. Sollte es eine Ausnahme gewesen sein – gut. Falls nicht, müssen wir handeln und dem ein Ende setzen. Keiner möchte, dass Lucky leiden muss 🙁

Zum Glück scheint dies einmalig gewesen zu sein. Bisher konnte ich nichts weiter beobachten. Ich habe Lucky gestern noch mehrfach  mit Infusionen versorgt, was  natürlich auch mit Stress für sie verbunden ist. Auch wenn Lucky sonst regungslos vor mir liegt, macht sie sich in dem Moment so gut sie kann bemerkbar, wenn sie gepiekst wird. 

Heute Morgen gab Lucky nun leichte Schmatzgeräusche von sich, was ich als Durst deutete. Und tatsächlich, ich konnte ihr bisher 9 ml Elektrolytlösung oral verabreichen.  Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: Lucky hat die Flüssigkeit zwar im Zeitlupentempo geschluckt, aber ohne sonstige Regung und ohne irgendeine Körperspannung. Ich warte weiterhin ab und hoffe, dass sich ihr Zustand weiterhin verbessert. Immerhin hat sie nun eine gleichmäßige Atmung und eventuell kann ich heute gänzlich darauf verzichten sie mit Infusionen zu traktieren.

Ich möchte trotzdem ganz deutlich sagen: Wenn ich nicht wüsste das Lucka lebt ……  

Sollte keine deutliche Besserung eintreten, müssen wir von massiven Hirnschädigungen ausgehen. Ein Weiterleben wäre in diesem Fall nicht mehr erstrebenswert 🙁  Dennoch klammere ich mich momentan noch an die ganz kleinen Erfolge und hoffe auf ein Wunder ….

Im Laufe des Tages hat Lucky angefangen auch Obstbrei zu sich zu nehmen. Sie ist leider nur noch Haut und Knochen und das Gewicht muss irgendwie wieder rauf. Mit ein wenig Honig und Obstbrei mit Getreide versuche ich alles Menschenmögliche zu tun. Sie hat immer wieder diese hoffnungsvollen Momente, in denen sie mich mit wachem Blick überrascht. Heute Nachmittag schaffte sie es sogar sich nach der Breimahlzeit hinzusetzen um sich das Gesicht zu putzen. Für eine Minute war sie total normal und ich hatte große Hoffnung … Hoffnung, dass sie jetzt aus ihrem Schockzustand rauskommt und das Schlimmste überstanden hat. Leider liegt sie seither wieder teilnahmslos im Körbchen. Ich füttere sie alle 1,5 Stunden. Es ist mühselig und geht nur in sehr kleinen Schritten voran. Wie du im Video sehen kannst ist es sehr schwer sie zu halten und zu füttern. Die Körperspannung ist zu 90% am Tag gleich NULL. Lucky hängt dann einfach da, wie eine Gummischlang und ich muss sie immer wieder mit kleinen Bewegungen der Spritze im Mäulchen zum Schlucken animieren. Aber immer noch besser als gar kein Fortschritt ….  

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27.November 2019

Lucky kämpft weiter

Nachdem mich Lucky auch heute Morgen mit der Tatsache überrascht hat, dass sie noch lebt musste auch ich mir heute einmal Rat einholen. Jetzt habe ich sooo viele Jahre Erfahrung in der Hörnchenaufzucht, aber SO eine Nummer hatte ich bis dato noch nicht. Lucky hat heute nach dem Aufstehen einen Wahnsinnshunger an den Tag gelegt und Unmengen an selbstgefertigetem Superbooster vertilgt. Meine Erfolgsrezept setzt sich derzeit zusammen aus:

  • Obstbrei – weil sie den mag und er viele Vitamine, Fruchtzucker und Wasser liefert,
  • gemahlene Haselnüsse wegen dem Fettgehalt & 
  • Aufzuchtsmilch für sonstige Nährstoffe

Eine gewagte und bunte Mixtur, die ich so auch noch nie im Einsatz hatte. Egal: Lucky mampft und zumindest sind alle Körperfunktionen stabil.

erschöpft ...

Nach dem Essen setzte (!!!) sie sich auf meinem Schoss aufrecht hin um sich zu putzen. Nach einer halben Minute war der Spuk vorbei und sie machte wieder die von mir gefürchtete „Gummischlange“ und schlief ein. Mir war dringend nach einem Gespräch mit Gleichgesinnten. Ein paar Worte mit  jemandem, der genau wie ich viel Erfahrung mit der Hörnchenaufzucht hat. Jemand, der mir vielleicht sagen kann, wie lange so ein Schockzustand andauern kann, ob das überhaupt noch was wird und überhaupt: Besteht bei Lucky Hoffnung auf Genesung ? Ich habe bisher keine Traumapatienten diesen Ausmaßes gehabt und rief Steffi von Aktion-Eichhörnchen  an. Eine Wohltat ! Ein Gespräch, welches mich ermunterte nicht aufzugeben. (Danke liebe Steffi nochmal an dieser Stelle für deine mentale Unterstützung). In der Tat gibt es wohl Eichhörnchen, die erst nach einigen Tagen wieder das volle Bewusstsein erlangen und ein komplett normales Leben führen können. Also: durchhalten und und weiter boosten 🙂

Zur Stunde liegt Lucky frisch gefüttert im Körbchen und schläft……  

Kleines Update zur Nacht

Es sind die ganz ganz kleinen Schritte, die mich heute begeistern. Lucky versucht ins Leben zu kommen. Muss man sie anfangs noch ziemlich geduldig füttern, so wird sie im Laufe des Fütterungsvorgangs immer wacher und mampft gut vor sich hin. Die ersten 8 Minuten sind aus dem Video geschnitten. So lange hat es gedauert, bis Lucky bereit war. Natürlich hängt sie noch schluffi in meinen Händen und fällt zur Seite wenn man sie gehen lässt. Aaaaber – am Ende des Videos will ich ihr den klebrigen Brei wegwischen, was ihr gar nicht passt. Und auf einmal kann sie da auch ein wenig Haltung einnehmen und würde sich ja gerne selbst sauberlecken. Naja … zumindest macht sie mal nicht auf Gummischlange … DAS lässt wirklich hoffen ♥

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Und damit Gute Nacht für heute 🙂

28.November 2019

Guten Morgen Welt. Ich melde mich nur kurz, denn ich muss gleich los um neue Obst- und Müsligläschen für Lucky zu kaufen. Ich würde sagen: Es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Ich weiß, dass hier viele mitlesen,unter anderem auch die Finder des Eichhörnchens. An dieser Stelle liebe Anneliese nochmal ein Dankeschön, dass du dir die Mühe gemacht hast, dieses Tier von der Straße aufzuheben und mitzunehmen. Ohne dich wäre sie wahrscheinlich (wie viele andere Eichhörnchen) nur noch ein überfahrener Fleck auf dem Asphalt. 

Es erreichen mich viele Zuschriften und auch Anrufe, ob Lucky denn eine Chance habe. Ich will das stellvertretend für alle hier kurz und knapp beantworten: Würde ich nicht davon ausgehen, dass Lucky sich ins Leben zurückkämpfen kann – ganz ehrlich: Ich könnte meine Zeit auch anders einteilen 🙂 Natürlich denke ich das. Ich bin mir meiner Verantwortung durchaus bewusst, ein Tier einschläfern zu lassen, wenn ich den Eindruck habe es quält sich. Lucky quält sich definitiv nicht. Sie mag im Schockzustand sein, aber mittlerweile muckelt sie ab und an, streckt sich und kann mich auch mal herzhaft angähnen. Wie sich das anhört wenn Eichhörnchen Schmerzen habe, das weiß ich ….  davon kann ich bei Lucky nichts feststellen. Ich melde mich später wieder und hoffe auf eine positive Entwicklung …

Geschwollener Kopf

Zu später Stunde noch das Update zur Nacht: Lucky macht wirklich sehr schöne Fortschritte. Sie ist sehr gierig auf den ihr angebotenen Superbrei und haut sich Unmengen davon hinter die Löffel. Seit heute reichere in den Brei mit fetthaltigen Pinienkernen an, die ich zuvor kleingemahlen habe. Das schmeckt ihr und scheint ihr auch Kraft zu geben. Immer öfter versucht sie sich hinzusetzen, sich zu putzen und auch der Blick wird wacher. Da ihr Kopf heute morgen an der verletzten Seite ziemlich angeschwollen war, suchte ich zur Sicherheit nochmal meine Tierärztin auf. Heute schaute Frau Brocher auf das Hörnchen und konnte mich beruhigen. Scheinbar handelt es sich lediglich um eine Beule. Na die darf sie auch haben. 

Immerhin konnte ich mit einer lebenden Lucky das Praxispersonal in Staunen versetzen. Und wie im Bilderbuch hat Lucky während der Untersuchung auch allen gezeigt, dass sie nicht nur die Gummischlange kann 🙂 Keiner hatte so richtig daran geglaubt, dass sie die nächsten Tage überstehen wird. Wir alle sind gespannt und verhalten positiv. Auch Frau Brocher zeigte sich zuversichtlich, dass Lucky es schaffen könnte. Hoffen wir, dass nichts dazwischen kommt.

Und nun eile ich zur nächsten Raubtierfütterung und danach geht`s ab in die Federn. Gute Nacht 🙂  

29.November 2019

Zu früh gefreut ! Das Bild, welches sich mir heute Morgen bot war verstörend und erschreckend. Lucky verhielt sich beim Essen schon merkwürdig. Ich hatte das Gefühl, sie dreht den Kopf weg, weil sie nichts zu sich nehmen mag. Leider stellte sich das Kopfwegdrehen ganz schnell als das gefürchtete unkontrollierte Drehen des Körpers beim Schädel-Hirn-Traum heraus. Als ich Lucky auf den Boden legte um sie sauberzumachen, dreht sie sich sehr würdelos um die eigene Achse. Nein, nicht im Kreis, sondern wirklich sehr verzwirbelt… als würde man ein Handtuch auswringen und es zusätzlich über den Boden rollen.  Hinzu kamen erschütternderweise auch noch ein paar Spasmen. Glücklicherweise war der Spuk nach 4 Umdrehungen vorbei, kam allerdings 3x hintereinander vor. Gut, dass ich schon irgendwie mental auf solche Komplikationen vorbereitet war. Ein weiteres Hoch auf meine Tierarztpraxis, die ich sofort aufsuchen durfte. Die Diagnose war mir schon im Vorfeld klar: Durch die Schwellungen ist der Hirndruck zu hoch und drückt meiner kleinen Eichhörnchenfrau auf den Gleichgewichtssinn. Lucky hat nun eine Cortisoninjektion gegen die Schwellung bekommen, die schnell helfen sollte. Zusätzlich bekommt sie oral ein Medikament gegen ihren Schwindel. Betet, dass ein Wunder geschieht. Sollte sie nun auch noch anfangen zu krampfen, bleibt mir leider keine andere Wahl mehr als sie zu erlösen. Eines gibt mir Hoffung: Ihr Appetit ist ungebremst gut. Aktuell schläft sie friedlich …..

Übrigens ist Lucky auch der Auslöser dafür, dass ich (wie bereits schon vor vielen Jahren) ein Eichhörnchenforum eröffnen werde. Selbst nach vielen Jahren Erfahrung in der Aufzucht und Pflege von verletzen Eichhörnchen, fühle ich mich gerade wie ein blutiger Anfänger. Es gibt immer wieder Dinge, die man noch nicht kennt – und wie gut und hilfreich ist da der Austausch mit Gleichgesinnten. Momentan hänge ich noch an ein paar Fotoaufträgen und investiere alle Zeit in Luckys Intensivbetreuung. Ich habe mir allerdings vorgenommen am Wochenende irgendwie – und wenn ich Nachtschicht einlege – dieses Forum aus dem Boden zu stampfen. 

30.November 2019

Am Morgen danach ....

Es ist ein Hörnchen ....

Die Szenen, die sich gestern in diesem Hause abgespielt haben, sind unvorstellbar ! Nachdem sich bei Lucky nach der Cortisongabe zunächst eine leichte Besserung einstellte, begann gegen Nachmittag das pure Grauen. Luckys Drehwurm wurde wieder enorm schlimm … so schlimm, dass ich sie wegen der extremen Kopfschiefhaltung noch nicht mal füttern konnte. Das Eichhörnchen entwickelte schwerste neurologische Störungen, die nicht leicht mit anzusehen waren. Der Kopf drehte sich wie von Magneten angezogen stark zur Seite, der ganze Oberkörper drehte sich mit. Ich konnte den Kopf noch nicht mal fixieren um sie zu füttern und wahrscheinlich wäre eine Nahrungsaufnahme in diesem Zustand ohnehin gefährlich gewesen. Noch später bekam Lucky einen Krampfanfall, drehte sich permanent im Kreis. Und als wäre dies alles nicht genug, bekam sie on top auf einmal auch noch Lähmungserscheinungen im rechten Arm. Es ging gar nichts mehr ! Trotz meiner Erfahrung mit verletzten Eichhörnchen stand ich nun hilflos da und wusste nicht, was ich tun sollte. Mein Mann (er ist Krankenpfleger) war schon sauer auf mich, weil er dem Leiden nicht zusehen mochte. Ja, die Szenen erinnerten mich an eigens gesprochene Worte zu sehr schwer kranken und leidenden Menschen: „Wenn das ein Tier wäre, könnte man es wenigstens einschläfern…). Trotzdem kam Lucky immer wieder zur Ruhe, hatte Momente in denen sie einigermaßen stillhalten konnte und die Schwellung am Kopf ging weiter zurück. Ich war ziemlich verzweifelt. Mich plagten Gedanken, ob ich denn hier richtig handle … am Ende gar zu Lasten des Eichhörnchen Gott spiele.  

Friedlich ....

Meine geduldige Tierärztin und Steffi mussten mich stundenlang am Telefon supporten – doch keiner konnte mir die Entscheidung abnehmen. Ich fühlte mich zudem unter Zeitdruck, weil Frau Nord heute in der Früh auf Fortbildung fahren musste. Samstag Morgen würde sie gegen 6.00 Uhr aufbrechen und erst gegen Sonntag Abend zurückkehren. Selbstlos bot sie mir an, dass ich (wenn es gar ganz schlimm werden sollte heute Nacht…) morgens um 5.00 Uhr zur Praxis fahren könne um Lucky einschläfern zu lassen. Sie rechnete damit, dass sich die neurologischen Probleme in der Nacht ins Unermessliche hochschrauben könnten. Was soll ich sagen ? Ich hatte wirklich Angst vor der kommenden Nacht …… 

Heute Morgen dann die Überraschung: Lucky ist wohlauf. Sie hat die ganze Nacht durchgeschlafen, kann ihre Temperatur nun ohne Wärmflasche halten und saß heute morgen auf meinem Schoß, als wäre nichts gewesen. Ich konnte sie aufrecht füttern, der Drehwurm war nicht da und sie wirkte stark und entschlossen zu leben. Die Schwellung am Kopf hat über Nacht noch einmal deutlich an Größe verloren und ich habe erneut Hoffnung…

Vorbei ist das jedoch alles noch nicht fürchte ich …..

Luckys Drehwurm

In diesem Video sieht du die schon sehr stark abgemilderte Form von Luckys „Drehwurm“. Das war gestern ca. 3 Stunden nach der Cortisongabe und noch vor dem Supergau. Ihre schlimmsten neurologischen Störungen konnte ich nicht aufnehmen, da ich sie irgendwie beruhigen und aus ihren Zustand holen musste. Macht aber nichts, denn die Bilder wären sehr verstörend gewesen. 

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1. Dezember 2019

Nachdem Lucky den gestrigen Tag komplett unauffällig war, begann heute Morgen die Qual erneut. Lucky dreht sich von 8.00 Uhr – 12.00 Uhr permanent im Kreis. In aller Herrgottsfrühe stand ich notdürftig zurechtgemacht mit ungewaschenem Haar vor der Praxis des Wochenendnotdienstes. Die Tierärztin war sehr nett und hatte bereits selbst einmal ein Eichhörnchen mit gleichem Krankheitsbild. Lucky hat die Praxis um eine Cortisonladung inklusive Vitamin-B Komplex reicher und ich die Praxis um € 35,35 ärmer verlassen. Britta ist nach wie vor auf Fortbildung und ich wollte nicht bis morgen warten. Scheiß aufs Geld !

Die kleine Eichhörnchendame liegt nun endlich wieder „normal“ in ihrem Handtuch und schläft. Sie hat nach der Injektion noch gut 2 Stunden total hibbelig gegen ihren Brummkreiselzwang angekämpft. Für mich war das Gespräch mit der Tierärztin sehr aufschlussreich. Sie erzählte mir, dass ihr damaliger Patient 3 Wochen Zeit und 3 Cortisongaben brauchte, bis der elende Zustand vorbei war. Das Hörnchen war danach absolut genesen – das macht doch Hoffnung, oder ?

Ich möchte an dieser Stelle noch schnell auf den Kommentar von Herrn Höll eingehen: Lieber Herr Höll … keine Sorge ! Sollte Lucky es nicht mehr rechtzeitig zum Winter schaffen, werde ich sie keinesfalls vor die Tür setzen. Abgemagert ist sie zwar nicht mehr (sie hat in dieser Woche von 300g auf 360g zugenommen), aber ich bin mir der Gefahren eines Winters für dieses Tier absolut bewusst. Der Gedanke kreist mir schon die ganze Zeit im Kopf herum – und eigentlich weiß ich … die Zeit drängt derart .. sie wird es nicht schaffen können. Notfalls setze ich sie eben mit Pampers auf die Couch  *Oh … Tierschützeralarm … Scherz* Ich finde es übrigens wirklich sehr erstaunlich und freue mich sehr darüber, dass sich auch das männliche Geschlecht für meine kleine Patientin begeistern kann !♥

Ein Video folgt, aber soeben höre ich ein Rascheln im Körbchen. Ich gehe mal schauen, was Madame so treibt ….

Die schönen Momente

Dies sind Bilder von der Fütterung heute Abend.  Momente der Hoffung, die mich ermutigen nicht aufzugeben. Direkt im Anschluss (man kann gegen Ende des Videos erkennen, wie sich der Kopf bereits anfängt zur Seite zu ziehen …) ging es los und hält bis zur Stunde an. Ich bin vorbereitet, auch durch das Gespräch mit der heutigen Tierärztin und ihre Erfahrungen in einem ähnlichen Fall. Wie sagte sie so schön : „Wir wussten uns nicht mehr zu helfen. Aber irgendwann hat es aufgehört“. Und so drücke ich mir die Szenen einfach weg, die sich neben mir im Käfig abspielen, während ich diese Zeilen tippe. Gute Nacht ihr Lieben … ich mach mir jetzt in paar Maroni für das Wohlbefinden und hoffe auf einen enstpannteren morgigen Tag.  

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20 Comments

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    Anneliese Schloesser

    Hallo Frau Dittmann .Nachdem ich das Eichhörnchen gefunden u in Ihre Obhut gebracht habe, benachrichtigte ich meine Familie u Freunde damit diese ganz intensiv dem Eichhörnchen heilende Gedanken schicken. Meine Familie und Freunde finden das ganz toll wie sie das alles mit Lucky dokumentiert haben und wie sie das soooo gut machen u sich kümmern. Auch einen großen Dank an die suoer Tierärztin. Das macht uns alle glücklich. Schön dass es solche Menschen gibt – einfach tollMan braucht da ja auch schon viel Erfahrung und Geschick.Wir alle schicken der kleinen Lucky auch weierhin viel positive Energie und Licht und Liebe.
    Das ist ja ganz schön viel Arbeit. Wenn ich irgendwie helfen kann, lassen sie es mich wissen.Vielen Dank für Ihr „großes Herz und Ihr Fürsorge.
    Auf bald und gute Nachrichten.
    Lg Anneliese Schloesser

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      Bettina

      Liebe Anneliese,

      ich habe auch heute Morgen deine SMS gelesen und mich sehr darüber gefreut. Ich schaffe es allerdings erst heute Abend hier zu antworten 🙂 Ich kann natürlich nichts versprechen, aber ich versuche alles was möglich ist um die Kleine zu retten. Letztendlich hängt es auch davon ab, ob SIE will. Momentan habe ich den Eindruck. Sie kämpft und macht klitzekleine Fortschritte. Hoffen wir, dass es so bleibt. Nach wie vor habe ich jeden Morgen Bammel in die Transportbox zu schauen. Drückt alle Daumen 🙂
      lg Bettina

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    Angelina Glassmann

    Hallo liebe Bettina,
    Ich kann mich nur meiner Freundin Anneliese Schloesser anschließen,ich arbeite intensiv
    mit Erzengel Raphael zusammen er arbeitet mit dem grünen Heilstrahl.
    Jedesmal wenn ich mich mit ihm verbinde bekomme ich Gänshaut das ist an sich ein
    gutes Zeichen.Wenn sich natürlich Luckys kleine Seele entschlossen hat zu gehen ,wäre das natürlich
    traurig.Aber Seelen entscheiden ja nicht nach menschlichen Kreterien.
    Ich bin überzeugt die kleine Maus schafft das.❤️❤️❤️❤️❤️‍♀️

    Lg aus Oberfranken

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      Bettina

      Liebe Angelina,

      vielen Dank für das Mitfiebern. Heute gab es ja leider einen herben Rückschlag – aber ich gebe sie (noch) nicht auf.

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    Nadine

    Hallo Bettina,
    das ist ja der Wahnsinn was sie da leisten! Und toll dass sie durchhalten und die kleine Lucky noch nicht aufgeben. Ich kann mir vorstellen wie schwer das gestern für sie war. Ich war heute morgen zu Tränen gerührt, dass es Lucky wieder besser geht. Wir fiebern alle mit und hoffen wirklich dass sie das schafft. Es ist schön dass es Menschen wie sie gibt. Vielen Dank.
    Herzliche Grüße
    Nadine

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      Bettina Dittmann

      Liebe Nadine,

      1000 Dank dafür, dass Sie an der Geschichte teilhaben und mitfiebern. Ich fürchte, es wird ein langer Weg werden – aber aufgeben kommt nicht in Frage 🙂

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    Herr Höll

    Hallo Frau Dittmann,
    eine wunderschöne Seite haben Sie hier, mein Kompliment. Was das kleine Unglückswürmchen angeht, ich könnte mir vorstellen, daß das Trauma einen Blutungsdruck auf den Gleichgewichtssinn verarbeitende Hirnareale ausübt(e), was zu den gesehenen Koordinationsstörungen führt. Nun kann es aber sein, daß im Falle des Druckrückgangs ebenfalls Symptome auftreten,weil dieser Prozess erneut auf die neurologische Struktur einwirkt und sie beeinflusst. The same procedure as last days – nur gewissermaßen rückwärts. Ich möchte Sie ermutigen, nicht zu früh die Kleine aufzugeben, sofern Sie den Eindruck haben, daß das Tierchen keine übermäßigen Schmerzen verspürt. Leider schließt das Gesagte nicht aus, daß nicht bereits ein neurologischer, irreversibler Schaden vorliegt. Das lässt sich aber erst ermessen, nachdem der Hirndruck sich normalisiert hat.
    Ich finde es schön, wie hingebungsvoll Sie sich kümmern. Wenn ich in Ihrer Nâhe leben würde, würde ich meine Hilfe – Schichtwachen – anbieten, damit Sie Zeit für Ihre Alltagsgeschä fte gewinnen, aber leider bin ich tatsächlich recht weit weg – tut mir leid! Geben Sie die Hoffnung nicht zu früh auf, das Leben kann manchmal wirklich erstaunliche Selbstheilungskräfte entwickeln. Aber seien Sie auch gefasst für den Fall, daß es dieses Mal nicht reicht. Nur nicht zu früh aufgeben, wenn die Kleine keine großen Schmerzen leidet. Man sollte abwarten, wenn möglich, wie es bei normalisiertem Hirndruck aussieht.
    Meine Anerkennung für Ihren Einsatz! Ich mag die kleinen Racker auch, habe aber nicht die räumliche Möglichkeit, mich vergleichbar zu engagieren, obwohl ich die Zeit hätte. So ist das Leben – manches passt, anderes eben nicht.
    Herzliche Grüße!
    Herr Höll

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      Bettina Dittmann

      Lieber Herr Höll,

      lieben Dank für Ihre ausführliche Antwort. In der Tat war Lucky gestern ganztägig symptomfrei und hatte heute Morgen nach dem Füttern wieder einen Drehwurm pur. Ich komme gerade vom Tierarzt und werde nachher berichten. Ihre Erklärung leuchtet mir aber ein. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das ganze Prozedere auch rückwärts stattfinden kann. Ich möchte jetzt mal doof nachfragen: Sind Sie vom Fach ? 🙂 Das wäre ja prima ! Liebe Grüße Bettina

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      M. Höll

      Leider nein, aber vor langer Zeit musste ich für mein Hauptstudium klinische Psychologie, in den frühen 90ern, auch Grundkurse in Neurophysiologie und Physiologie belegen, damit man sich im Fall des Falles mit Ärzten verständigen kann und eben auch basales Hintergrundwissen für organische Grundlagen psychischer Symptome hat, und ein Verständnis, wie Neurotransmitter und chemische Medikamente funktionieren.
      Daß die Kleine nicht die ganze Zeit im Dämmerzustand ist, würde bei einem menschlichen Patienten als gutes Zeichen gelten, denn in der Humanmedizin sind die Prognosen umso ungünstiger, je länger ein solcher Zustand anhält, oder gar ein Koma. Eine garantie für Luckies Genesung ist das aber nicht.
      Wenn der Schädelinnendruck nachlässt, dehnt sich das Hirngewebe nochmal geringfügig in sein Normalvolumen aus, dort wo es zuvor gedrückt wurde.Das kann nochmal zu Symptomen führen. Danach ist entscheidend, inwiefern der vorherige Druck Blutgefäße abgequetscht hat und es zu regionalen Unterversorgungen in Hirnarealen und ihrem Absterben kam, und ob der Aufprall Hirngewebe – Neuronen – zerissen und somit Schäden hinterlassen hat. Es bleibt auch die Frage nach Einblutungen aus den Hirngefäßen in den Schädelinnenraum. All das läßt sich nur anhand von äußeren Verletzungen nicht zuverlässig beurteilen, man erinnere sich an die lapidare Art, wie Michael Schumacher verunglückte.
      Warten Sie, wenn möglich, bis die Schwellungen abgeklungen sind und die Kopftemperatur wieder das Niveau der Körpertemperatur erreicht hat. Was sich dann , nach nochmals etwas Zeit, noch an Symptomatiken zeigt, wäre, so fürchte ich, vermutlich bleibend. Aber das muß von einem Arzt abgeklärt werden.
      Ich wünsche Ihnen und der Kleinen viel Glück, aber bitte: seien Sie auch auf ein unglückliches Ende gefasst. Schädel-Hirn Traumata können tückisch verlaufen und Verletzungen im Schädelinneren sind ab einer bestimmten Kleinheit auch im besten CT nicht mehr eindeutig nachweisbar. Alles was ich hier sagte, könnte bereits hinfällig sein. Ich möchte Sie hauptsächlich ermutigen, nicht zu früh aufzugeben, sofern das Tier keine schlimmen Schmerzen leidet. Jeder Arzt im Krankenhaus weiß die eine oder andere Geschichte von den manchmal enormen Selbstheilunskräften der Natur zu berichten, nicht alles davon kann immer medizinisch erklärt werden. Aber deswegen sollte man Kopf und Verstand natürlich nicht ignorieren! Zeit, Schlaf und auch viel Glück (oder Schicksalsgnade?) sind jetzt gefragt. Und Ihre Geduld und Fürsorge. Wenn nicht bereits irreparable Hirnschäden bestehen, bin ich eigentlich zuversichtlich. Aber ich habe ja auch gut reden aus der Ferne…

      Alles Gute!

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    Angelina Glassmann

    Liebe Bettina und alle die an der Gesundung der kleinen Lucky beteiligt sind,
    Vielen vielen Dank für die Hingabe und Hoffnung die kleine wieder ins normale Leben
    Zurückzuholen.Wir werden Lucky weiter mit positiver Energie versorgen.

    Liebe Grüße,
    Angelina❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️

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    Anonymous

    Hallo liebe Bettina, das ist ja schlimmer wie im Krimi, wir fiebern ständig mit und freuen uns wenn wir was von Ihnen hören. Wir bangen auch jeden Tag und geben die Hoffnung nicht auf. Es war doch bestimmt kein Zufall dass ich das Eichhörnchen auf der Straße gefunden habe ( und es muss auch bestimmt noch nicht lange da gelegen haben) um so mehr hoffe ich dass sie es schafft. Heute am Sonntag sind es schon 8 Tage. Ja wenn sie mal Ablösung beim Füttern oder einkaufen etc. für Lucky brauchen oder ich sonst irgendwie helfen kann, rufen sie mich an. Ganz liebe Grüße an sie und Lucky
    Anneliese

    • Avatar

      Bettina Dittmann

      Liebe Anneliese (Ich denke du schreibst hier…),

      es ist ganz lieb, dass du mitfieberst und es war auch supertoll von dir Lucky von der Straße zu retten. Beim Füttern kannst du momentan leider nicht helfen. Lucky ist schwer krank, Füttern eine Herausforderung. Du musst dir vorstellen, dass ich Brei in eine Spritze aufziehe und das Eichhörnchen aber den Kopf zur Seite zieht. Man muss zudem aufpassen, dass nichts in die Lungen kommt und Lucky sich nicht unglücklich verschluckt. Ich denke, wenn der Spuk irgendwann ein Ende gefunden hat, wird sie sich ohnehin einfach hinsetzen un in eine Nuss beißen :). Je nachdem, wie lange die Genesung dauert werde ich sie im Winter vielleicht gar nicht mehr auswildern können. Sollte sie gesund werden werde ich dir auf jeden Fall Bescheid geben, dann kannst du sie besuchen kommen. lg Bettina

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      M. Höll

      Nochmal ich, der Herr Höll. Weil Sie es schon selber sagten: ich wollte auch schon darauf hinweisen, aber es schien mir verfrüht zu sein angesichts der derzeitigen Krise, ich hätte es zur gebotenen Zeit spter sleber nochmal vorgeschlagen. Ich bin wie Sie der Meinung, daß eine Auswilderung, wenn alles gut geht, jetzt im Winter keine gute Idee ist. Sie schrieben irgendwo im Blog, das Tier sei sehr abgemagert. Es ist geschwächt. Und: neurologische Verletzungen können eben auch noch nach einiger Zeit Spätkomplikationen verursachen, das ist nicht die Regel, aber es kommt vor (in der Humanmedizin zumindest). Stellen Sie sich vor, Sie haben Lucky glücklich durchgebracht, entlassen sie, und eine Woche später treten Komplikationen auf, in der härtesten Zeit des Jahres, und Eichhörnchen futtern sich bekanntlich keine Energiereserven an, und Lucky mag unfähig sein, sich zu versorgen. Sie würde jämmerlich verhungern. Ich möchte unbedingt die Idee unterstützen, mit einer Auswilderung IN JEDEM FALLE bis zum Frühling zu warten, wenn das Nahrungsangebot sowieso wieder größer ist. Dann können Sie noch längere Zeit beobachten, ob es Komplikationen gibt (in diesem Falle sollte Lucky dann wohl doch erlöst werden). Also, Winterasyl zu gewähren finde ich eine wirklich gute und gebotene Idee! Alles andere macht angesichts des Schweregrades der Krise irgendwie keinen Sinn, finde ich. Und gut ausgerüstet sind Sie ja!

      So, und jetzt halte ich wirklich die Klappe.

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    Marc Höll

    Das ist doch ermutigend, was die zweite Tierärztin gestern gesagt hat! Ja, es wird langwierig, aber Sie werden sehen – das wird schon wieder. Wie ich gestern schon sagte: irgendwie bin ich eigentlich doch eher zuversichtlich.

    Und ja, wir Männer können auch Tiere mögen. 🙂 Bei Eichhörnchen allerdings kriege ich regelrecht weiche Knie, -und für mich selber überraschend habe ich an diesem einen einen regelrechten Narren gefressen. Weil ich Tiere mag, halte ich mit Bedauern keine, meine Wohnsituation ist doch eher ungünstig dafür, da räumlich begrenzt und nicht parterre. Zuhause (Elternhaus) hatten wir Dackel und Sittiche, letzteres eigentlich immer freilebend in der großen Wohnung.

    Sie erwähnten etwas mißlaunig die Tierarztrechnung(en?) Wenn Sie deswegen in Sorge sind, lassen sie es mich wissen. 😉

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      Bettina Dittmann

      Lieber Herr Höll,

      wenn Sie sich so einen Narren an Lucky gefressen haben, werden Sie sich über das heutige Video (ich habe allerdings einen neuen Blogbeitrag aufgemacht) sicher freuen 🙂 Bei mir verhält es sich übrigens genau andersherum. Als Kind waren mir Haustiere gänzlich verwehrt. Meine Eltern mochten die Verantwortung nicht übernehmen und sind auch nicht so die großen Tierfreunde. Das erste Geschöpf, was ich mir nach dem Auszug aus dem Elternhaus anschaffte war eine Katze. Gefolgt von, Meerschweinchen, Kaninchen, Schleiereulen, Waldvögel, Aquarien und schließlich Eichhörnchen. Mittlerweile kann ich mich an freilebenden Eichhörnchen mehr erfreuen, als an Volierentieren. Ihnen zu helfen bereitet mir Freude. Deswegen gebe ich auch gerne den ein oder anderen Euro für sie aus.

      Ihre Anmerkung bezüglich der Tierarztkosten ehrt Sie sehr – aber keine Sorge, ich bin nicht in Not. Ich bin nur der Meinung, dass Tierärzte an Wildtieren nicht verdienen müssen. Natürlich sollen einem Tierarzt keine Kosten entstehen, deswegen würde ich für die Medikamente auch gerne aufkommen. Aber das sind Centbeträge – der große Batzen entsteht ja wegen der Behandlungskosten. Und da finde ich in der Tat …. ein wenig Ehrenkodex wäre da doch ganz nett …. hier investiert der Arzt doch höchsten ein Viertelstündchen seiner Zeit….

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    Marc Höll

    Wildtiere in Not sind rechtlich gesehen „herrenlos“, das heißt dann in der Schlußfolgerung, daß ihre Behandlung rechtlich gar nicht dem Finder zugeschrieben werden kann, da er nicht der Besitzer ist. Andererseits, wenn alle leidenden Widtiere plötzlich gefunden und abgeliefert würden, könnte das eine Tierarztpraxis zeitlich und finanziell ganz schnell ausknocken, schätze ich, denn die Kosten laufen nun mal weiter. Augenmaß und guter Wille von allen Seiten ist vonnöten. Der eine spart sich die Berechnung des Arbeitslohns, der andere kommt für die Materialposten auf. So fände ich es gut: für den eher seltenen Einzelfall. Wie es mit einer Behandlungspflicht bei Widltioerfunden aussieht: keine Ahnung, was das Tierschutzgesetz da sagt. Darf ein Tierarzt ein verletzutes Wildtier einfach ignorieren oder ablehnen? Gute Frage. Ich meine irgendwann gelkesen zu haben: Nein, aber ich bin nicht sicher.

    Das neueste Video von heute macht einmal mehr Hoffnung. Vielleicht ist der neuronale Apparat momentan noch in einem „Nachschwingen“ inbegriffen, so als hätte jemand ganz mächtig auf einen großen Gong geschlagen, dessen Ton noch ewig lange nachschwingt und nur langsam abklingt und leiser wird.

    Ich habe vor einiger Zeit einmal eine VR Erfahrung gehabt, die ich sehr bereut habe. Eine Kirmesattraktion, so eine um alle drei Raumaxen wirbelnde Höllenmaschine, und das ganz in Stereoskopie, also echtem 3D, während das Innenohr sagte: „da passiert doch gar nichts“, und das Auge sagte „neeee, da passiert sehr wohl was“. Ich mußte das abbrechen, obwohl ich normalerweise gegen VR-Symptome bei Bewegungen völlig immun bin (Sim-Racing in einer Liga für ältere Gentlemen ist mein Hobby…). Show zuende, alles schien gut, nach zwei, drei Minuten war das leichte Unwohlsein verflogen. Der dicke Brummer kam aber erst zwei, drei Stunden später! Mit dieser Verzögerung nämlich setzte eine heftige Übelkeit und extremer Schwindel ein, und die Welt schien sich in ruckelnden Bewegung um mich herum zu drehen, und dann zurückzuspringen: sitt-sitt-sitt-sitt-sitt-und-ratsch, und wieder von vorne. Das war wirklich heftig, ein ernstes Handicap. Das ging sechs, sieben Stunden so, mir war noch nie so speiübel und sterbenselend in meinem Leben. Schmerzen – ja, kenn ich, aber so etwas? Noch nie, und bitte nie wieder. An Autofahren oder Radfahren war nicht zu denken, an Liegen, Stehen oder Sitzen auch nicht. Die Hölle! Ich kroch auf allen Vieren. Ich litt.

    Ich könnte mir vorstellen, daß Lucky momentan etwas ähnliches erlebt, ein Nachbeben nach all dem Durcheinander im Neurotransmitterhaushalt. All die wild verfeuerten Aktionspotentiale und leergeschossenen chemischen Transmitterreservoirs, die überreizten neuronalen Rezeptoren und durcheinander geratenen Botenstoff-Gleichgewichte, die Moleküle, die in synaptischen Spalten an Rezeptoren angedockt haben und alles „verstopfen“, das muß sich alles erst mal wieder sortieren und neu kallibrieren, so wie ein Stau, der sich auflöst, oder eine große Lagerhalle, wo ein Erdbeben alles aus den Regalen warf und erst mal wieder alles neu eingeräumt werden muß.

    Und Sie sagten es, die Kleine könnte auch einen ganz schön steifen, schmerzenden Hals haben.

    Schließlich, falls doch ein leichter Hirnschadenb vorliegt: wir wissen heute, anders als früher, daß das menschliche Gehirn sogenannte Plastizität besitzt, das meint daß auch im Erwachsenenalter Ganglien und Neurone im Gehirn neuwachsen und neue Verdrahtungen vornehmen können. Damit dürften wohl auch eine Lernprozesse zusammenhöngen: mit Neuverdrahtungen auf der materiellen Ebene. Auf diese Weise können unter Umständen die Funktionen defekter Hirnareale von anderen, funktionsfremden Arealen übernommen werden. Früher dachte man, das Gehirn sei ab der Jugend gewissermaßen unveränderlich. Diese Plastizität ist unabhängig von Intellekt und Intelligenz, oder Kognition, sondern eine materiell-biologische Eigenschaft. Ich sehe daher keinen Grund, anzunehmen, daß nicht auch ein Tierhirn mit eienm geringer ausgeprägten Neocortex zu dieser biologischen Selbstheilung fähig sein sollte. Die frage ist nur, in welchem Ausmaß eine bestehede Verletzung und damit verbundene Funktionsdefizite ausgeglichen werden können.

    Aber ich habe mich entschieden, zuversichtlich sein zu wollen, vor drei Tagen und nach Ihren ersten Berichten war ich skeptischer.

    Auf gutes Gelingen!

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      Bettina Dittmann

      Lieber Herr Höll,

      entschuldigen Sie die späte Antwort, aber manchmal finde ich die Zeit nicht recht 🙂

      Ja, ich glaube auch, dass hier etwas nachschwingt. Es wird jedoch von Tag zu Tag besser und die Schwellungen am Kopf nehmen ab. Dies gibt mir Anlass zur Hoffnung, dass eine erneute Cortisongabe überflüssig wird und Lucky nun langsam zu Sinnen kommt. Ich musste etwas schmunzeln über Ihre schön umschriebene VR-Erfahrung. Meine Neurotransmitter nehmen mir schon das von meinem Mann gerne praktizierte, schnelle Umzappen des Fernsehprogrammes übel – und so wird mir dann auch, wenn ich dabei auf die Mattscheibe schaue. Lucky schaut manchmal tatsächlich etwas „dämlich“ aus der Wäsche. Anfangs dachte ich, sie habe einen kompletten Dachschaden davongetragen, dann vermutete ich, dass sie an Blindheit leidet. Nun, ich glaube nichts davon trifft zu, denn auch ihr Blick wird täglich wacher und besser. Es scheint ein unheimliches Schwindelgefühl zu sein, welches sie bei Anheben des Kopfes übermannt und sie komisch gucken lässt. Lassen wir uns überraschen ….

      Noch ein Satz zum Thema Tierarzt: Das ist genau das, was ich meinte. Kostendeckend arbeiten. Der nette Mensch der sich dem Wildtier annimmt übernimmt die Medikamente, der Arzt stellt dafür seine Zeit nicht in Rechnung. Die Problematik ist natürlich, dass sich das schnell rumsprechen könnte – Hinz & Kunz dann in diese Praxis strömt um eine kostenlose Behandlung abzugreifen. Mir ist klar, dass es einen Haufen Menschen gibt, die ein Wohlwollen und Entgegenkommen des Tierarztes schamlos ausnutzen würden, was dann auch für den Arzt zum Problem werden würde …. Man wird keine Lösung finden 😉

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    Anonymous

    Also erst mal Hut ab vor dir. Wer in der heutigen stressigen Zeit soviel Hingabe, Zeit,Leid, Geld, schlaflose Nächte und Zeit für solche Tiere aufbringt dem gehört mal ein ganz, ganz dickes Lob. Ich drücke dir oder dem Kleinen ganz fest die Daumen das es wieder auf die Beine kommt.

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