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Eichhörnchen sind sehr pflegegleichte Tiere, schon alleine, weil die hiesigen klimatischen Verhältnisse ihrem natürlichen Lebensraum entsprechen. Anders als bei exotischen Arten muss man keine Winterschutzräume errichten oder auf schwer zu beschaffendes Exotenfutter zurückgreifen. Aber wie bei allen Tieren sind auch in der Eichhörnchenhaltung einige Regeln genauestens zu beachten.

Ganz wichtig ist natürlich daß man keine Tiere aus der Natur entnehmen darf !!! Wenn Ihr Eichhörnchen halten möchtet, dann wendet Euch bitte an einen Züchter.

Bitte kauft keine Tiere ohne Zuchtbescheinigung!

Ferner ist ein Eichhörnchen ein Wildtier und kein Haustier. Auf keinen Fall sollte man versuchen es in der Wohnung zu halten. Dies ist nicht artgerecht und zudem noch für die Tiere sehr gefährlich, da überall Kabel, geklappte Fenster etc. lauern!

Solltet Ihr wirklich Interesse an den Tierchen haben und über einen Garten mit Möglichkeit zum Volierenbau verfügen, dann müßt Ihr erst Mal die behördliche Seite abklären. Dazu informiert Ihr Euch am Besten bei Eurem zuständigen Landratsamt über die Auflagen (ist von Bundesland zu Bundesland verschieden). Alle Tiere müssen dort -mit Zuchtbescheinigung- gemeldet werden.

Überlegt Euch gut ob Ihr die Verantwortung übernehmen wollt, denn Eichhörnchen werden in Gefangenschaft bis zu 15 Jahre alt (zum Vergleich: in der Natur erreichen sie in etwa ein Alter von 2-3 Lebensjahren). Weiter unten könnt Ihr nun ein paar Bilder von meiner Voliere betrachten. Ferner möchte ich an dieser Stelle noch ein paar Tips geben.

EICHHÖRNCHENVOLIERE

Hier ein Ausschnitt von meiner Voliere. Sie ist 3,00m hoch und derzeit wohnen hier fuenf Eichhörnchen. Die Voliere ist zu 2/3 überdacht, damit die Eichhörnchen nicht plötzlich im Regen stehen müssen.

Den Eichhörnchen bitte viel, viel Möglichkeiten zum Klettern anbieten - am Besten ganze Baumkronen aus dem Wald (Förster fragen). Im Boden ist verzinkter Draht einbetoniert welcher auch an den Nahtstellen mit Beton geschlossen wurde, damit sich keine Schadnager einschleichen können. Dadurch, daß über den Draht ca. 40cm Erde aufgefüllt wurde ist trotzdem alles schön bepflanzbar. Im Herbst kann man so auch prima sein Laub aus dem Garten entsorgen - die Hörnchen danken es.

Wichtig ist auch, daß die Voliere nicht an allen Seiten offen ist (Zugluft). Bitte an zwei Seiten hochmauern oder mit Holz schließen. Die Voliere steht auf einem Fundament, welches ca. 40 cm in die Erde ragt und somit auch nächtliche Besucher von Außen fernhält. Bitte beachtet auch: je größer die Voliere, desto besser für Eure Hörnchen. Eine Haltung auf den vom Gesetz vorgeschriebenen 3qm finde ich nicht sinnvoll für die bewegungsfreudigen Tiere. Eine Voliere für 2 Hörnchen sollte meiner Meinung nach die 10qm Grenze keinesfalls unterschreiten.

Futtertips entnehmt Ihr bitte der Seite "Nahrung", auf der der Speiseplan beschrieben ist. Neben frischem Futter ist es selbstverständlich, daß die Hörnchen jeden Tag mit frischem Wasser versorgt werden. Eine schöne Idee ist es, wenn Ihr im Sommer eine Mischung aus Wildblumensamen in den Boden der Voliere einarbeitet. Diese locken Insekten an, welche von den Eichhörnchen gerne gefressen werden. So könnt Ihr fast kostenlos den Speiseplan erweitern.

Innenansichten meines Geheges
     
 
   
Für eine größere Ansicht bitte auf das gewünschte Bild klicken
     



KOBEL

Als Kobel nehme ich in der Regel Nistkästen für größere Vögel; als Nistmaterial sind Kokosfasern und Holzwolle zu empfehlen. Man muss den Kobel übrigens nicht "ausstopfen", sondern legt das Nistmaterial einfach auf den Boden oder in eine geeignete Astgabel. Innerhalb 2-4 Tagen erbauen sich die Hörnchen daraus Ihr Nest. Im Winter könnt Ihr den Hörnchen zusätzlich Nistmaterial aus Baumwolle anbieten, dann wird das Nest noch flauschiger.

 

Bei guter Haltung kommt es auch vor, dass sich Eichhörnchen selbst einen Kobel bauen. Der Kobel auf dem unteren Bild wurde in meiner Voliere in einer Astgabel erbaut. Nicht schön - aber selten ;-)

VERGESELLSCHAFTUNG

Ihr könnt Eichhörnchen prima mit Kaninchen und Meerschweinchen vergesellschaften. Das habe ich selbst schon ausprobiert und alle sind sehr gut miteinander ausgekommen. Die Hörnchen haben sich regelmäßig am Futternapf der Untermieter bedient und ihre Mahlzeit gelegentlich auf dem Rücken meiner Kaninchen gemümmelt.

Die gemauerten Wände solltet Ihr beranken. Erstens sieht`s schöner aus und zweitens siedeln sich darin wieder Insekten an. Pro Hörnchen solltet Ihr 1-2 Kobel aufhängen; besonders wenn Ihr ein Paar haltet. So kann das Weibchen bei Bedarf seine Jungen umsetzen falls die Kobel nicht mehr in Ordnung sein sollte. Ferner können sich die Hörnchen besser ausweichen. Die Kobeln bitte weit oben aufhängen und regelmäßig auf Parasiten kontrollieren. Da die Hörnchen auch kleine Schweinchen sind, müßt Ihr die Kästen ohnehin jedes Jahr 1 - 2x austauschen. Ihr werdet sehen, daß diese auf dem Deckel starke Verschmutzungen vom Kot und Urin aufweisen.

Volierenbau

Der Volierenbau ist das Teuerste an der Sache. Ihr benötigt folgende Dinge:

  • Für das Fundament (ca. 15qm) ca. 10 Sack Beton-Estrich à EUR 7,-
  • Dachlatten nach Bedarf für ca. 2,- EUR/lfm - je nach Qualität
  • verzinkter Draht, 8mm Maschenweite: ca. 7,50 EUR/lfm
  • Kobeln (Papageien- oder Eulenbrutkästen: ca. 18,00 bis 25,00 EUR / Stück
  • Äste und Stämme: Förster fragen und mal auf dem Mulchplatz nachsehen, da gibt`s das meist umsonst
  • Futternäpfe und Wassertröge für ca. EUR 25,-
  • Nistmaterial: 1 Beutel ca. EUR 2,50
  • evtl. Rindenmulch für schönen Waldboden: Sack à EUR 2,80
  • Plexiglas für die Decke ca. EUR 100,-

Ihr seht es ist nicht ganz billig eine Voliere zu bauen! Am Ende werdet Ihr so bei EUR 500,- liegen bis alles fertig eingerichtet ist. Am teuersten ist eigentlich der Draht, der schnell mal mit EUR 250,- zu Buche schlägt.


Futterkosten etc.

Die Hörnchen an sich sind in der Pflege nicht sehr teuer. Ich gebe für 5 Hörnchen im Monat ca. EUR 40,- für Futterkosten aus, wobei ich Ihnen viel frisches Obst / Karotten und Pilze anbiete. Wie gesagt kann man viel Geld sparen, wenn man sich ein wenig Mühe macht und sammeln geht (Hagebutten / Haselnüsse / Bucheckern / Brombeeren ....) Zum Tierarzt müssen Hörnchen außerst selten und im Gegenzug zu anderen Haustieren fallen auch die horrenden Impfgebühren weg.